Freitag, 2. Mai 2014

Seife mit Hindernissen

Mein letztes Projekt hat mich fast an meinen Fähigkeiten zum Seife sieden zweifeln lassen.

Geplant war eine Seife, die nach tropischen Früchten duftet,
mit Gelb-Orange-Rot-Tönen als Drop-Swirl.
Ich habe zu einem schon häufiger genutztem Rezept aus Kokosöl, Sonnenblumenöl HO, Distelöl HO und Sesamöl gegriffen und habe dabei nur auf  Rizinusöl verzichtet, da das bei mir schon öfter zu verstärktem Andicken geführt hat - für den Drop-Swirl brauchte ich aber zuverlässig flüssigen Seifenleim.

Auch die Duftmischung habe ich schon mehrfach ohne Probleme verwendet.

Der Ansatz war auch völlig problemlos, alles ließ sich wunderbar verarbeiten. Also habe ich die Form schön warm verpackt und über Nacht ruhen lassen.
Morgens dann ein erster Blick - merkwürdig aussehende Oberfläche, irgendwie wie krümelige Kreide.
Sehr seltsam, so sieht das sonst nicht aus....
Na gut, Seife wieder zugedeckt und weitere 12 Stunden in Ruhe gelassen.
Abends habe ich dann ausgeformt (trotz immer noch kreidiger Oberfläche) und versucht den Seifenblock zu schneiden.

Tja, was ich dann vorgefunden habe sah so aus:


Nicht nur die Oberfläche war seltsam, die krümelige Struktur zog sich durch den kompletten Seifenblock - da konnte eigentlich nur ein Wiegefehler meinerseits vorliegen.

Also habe ich den gleichen Ansatz nochmal gemacht, und dabei alles genau überprüft :
Mengen, Öle, Lauge, Pigmente, Duft, Verarbeitungstemperatur, ausreichendes Emulgieren - alles im grünen Bereich !

Also wieder über Nacht abgewartet, und morgens neugierig nachgeschaut - die Oberfläche sah normal aus und fühlte sich schön fest an...prima, also die Seife ausgeformt.
Dabei merkte ich, dass das Seifchen noch etwas weich war, sich aber ohne große Dellen aus der Form befreien ließ - normalerweise hätte ich noch ein paar Stunden abgewartet, aber diesmal war ich zu neugierig.

Alles sah gut aus - bis ich den ersten Schnitt gemacht hatte :


Das war jetzt nicht so dramatisch wie gestern - aber so sehen doch meine Seifen sonst nicht aus !!!

Völlig frustriert habe ich mich erst mal zwei Tage mit etwas anderem beschäftigt (Motorradfahren ist eine tolle Methode zur Frust-Bewältigung *grins*) - und dann mit neuer Energie an den dritten Versuch gewagt.

Dieses Mal habe ich die 2,5% Rizinusöl - die ich eigentlich weglassen wollte - doch dazu gegeben, aber alle anderen Rohstoffe gleich gelassen und auch nichts an der Vorgehensweise geändert...

...und ich kann´s doch noch !!!

Jetzt sieht die Seife endlich so aus, wie ich mir das gedacht hatte - schön glatt und fest, leuchtende Farben, und der Drop-Swirl gefällt mir richtig gut :-))

Tropic



Weiß der Geier was da bei den anderen Versuchen passiert ist - ich kann mir nicht vorstellen, dass es wirklich an 2,5% Rizinusöl gelegen hat.
Blödes Wetter, Seifenkobold oder schlechtes Karma...wahrscheinlich werde ich das nicht rausfinden. Bleibt die Hoffnung, dass es eine einmalige Geschichte bleibt... 






Kommentare:

  1. Ach liebe Heike, welche Siederin kennt das nicht- aber nur die wenigsten zeigen´s! Ich sag dann immer ich hätte auf einer Wasserader gestanden beim Seifeln ;-) oder der Mond war im falschen Quadranten.
    Aber zu guter Letzt ist ja doch noch ein wundervolles Seiflein dabei herausgekommen, das entschädigt doch für alles, oder?

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    1. Danke für´s Schönfinden - und ich bin ja jetzt auch versöhnt, aber erst mal hab ich mein Soll an Problemen hoffentlich für die nächste Zeit erfüllt ;-)

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  2. Die Seife ist wunderschön! Tolle Farben.
    Was bei den anderen Seifen schiefgegangen ist? Künstlerpech....

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